Die Geschichte unserer Gemeinde

Die Ev. Kirchengemeinde Dirmingen besteht seit 1575.
Damals führte Graf Albrecht von Nassau-Weilburg als Landesherr in seinem Herrschaftsgebiet die Reformation ein. Die Kirchengemeinde hat etwa 2012 Gemeindeglieder und umfasst 9 Ortschaften, die sich auf die Gemeinden Eppelborn, Marpingen und Tholey verteilen. Es sind die Orte Bubach-Calmesweiler, Dirmingen, Eppelborn, Macherbach und Neububach sowie Berschweiler, Urexweiler,  Sotzweiler und Bergweiler.
Marpingen selbst gehört zur evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel.  Den Kern der Kirchengemeinde bilden die Ortsteile Dirmingen und Berschweiler, die seit 1575 zusammen gehören und etwa 1400 Gemeindeglieder aufweisen. Nur dort wird regelmäßig an Sonntagen in den beiden Kirchen Gottesdienst gefeiert.

Die Gemeinde unterhält insgesamt fünf Gebäude. Die Stengelkirche und das Pfarrhaus in Dirmingen (mit Scheune) stehen unter Denkmalschutz, ebenfalls das  Gemeindezentrum Berschweiler. Weitere Liegegenschaften sind das Gemeindehaus in Dirmingen und der Kindergarten in Dirmingen mit Kindertagesstätte 

Ein zweiter kirchlicher Kindergarten mit Kindertagesstätte ist in Berschweiler im Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde Marpingen untergebracht.

 

Die evangelische Kirche in Dirmingen ist im Kern ein barocker Saalbau, der 1746 von Friedrich Joachim Stengel, dem Generalbaumeister des Grafen von Nassau-Saarbrücken entworfen wurde. Ihre Geschichte ist aber noch viel älter und bewegter.

Sieht man sich den Turm der Kirche an, so erkannt man mehrere geschossartige Abstufungen. Die untersten 3 Stockwerke stammen aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und zeugen von dem romanischen Vorgängerbau unserer Kirche, dessen Aussehen uns aber leider nicht überliefert ist. Im untersten Geschoss, welches gleichzeitig der heutige Eingang ist, befindet sich noch ein Kreuzrippengewölbe als Decke. Irgendwann zwischen dem 14. Und 15. Jahrhundert wurde der Turm aufgestockt. In dem neuen Stockwerk ist jetzt die Turmuhr angebracht. Im Jahre 1575 führte Graf Phillippe von Nassau in seinen Gebieten, zu denen auch Dirmingen mit Berschweiler gehörte, die Reformation ein und die ehemals katholische Kirche mit dem Patrozinium der Katarina von Alexandria wurde zu einer evangelischen Kirche umgewidmet. Die romanische Kirche wurde 1745 baufällig und polizeilich gesperrt. 1746 war der barocke Neubau schon fertig und konnte eingeweiht werden. Noch heute feiern die Dirminger mit den Berschweilern zusammen deswegen am letzten Oktoberwochenende Kirmes. Und das Obwohl es in Berschweiler 70 Jahre lang eine eigene Kirche gab. Nach Umbauten in den 1840er und 1890er Jahren bekam die Kirche im Inneren ein gotisches Aussehen. Dies änderte man wieder, als Rudolf Krüger 1936 die Kirche im Osten mit einem eingeschnürten Choranbau ausstattete. Nicht nur wurde die barocke Optik des Gebäudes wieder hergestellt, in dem Anbau fanden auch eine Chor/Orgelempore und eine Sakristei Platz.

In ihrem heutigen Zustand ist die Kirche mit einem doch eher selten zu sehenden Backsteinboden ausgestattet und hat 3 Emporen plus die Chorempore. Die meiste Ausstattung stammt aus der Zeit des Anbaus von 1936, darunter auch die Chorfenster von Josef Oberberger. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1974 und wurde von der Firma Jehmlich in Dresden gebaut. Beeindruckend, wenn man überlegt, dass die Orgel über die Mauer kam. In Zukunft soll die Orgel aus der ehemaligen Kirche in Berschweiler auf der gegenüberliegenden Seite ihren Platz finden und ein Zusammenspiel von 2 Orgeln ermöglichen. Der neueste Einbau in unserer Kirche ist die Bücherei in der Sakristei. Diese musste nach dem Hochwasser aus dem Gemeindehaus ausziehen und hat dort ihren neuen Platz gefunden.